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18. Mai 2012
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Home Kunst & Kultur Kunst Filzen - ein altes Kunsthandwerk neu entdeckt

Filzen - ein altes Kunsthandwerk neu entdeckt

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Bereits die Nomaden Zentralasiens stellten aus Filz diverse Gebrauchsgüter her. Filz besitzt eine gute Isolierfähigkeit, ist saugfähig und schwer entflammbar. Dadurch waren ihre Jurten vor Kälte, Nässe und Hitze geschützt.

Aber auch Kleidung, Schmuck oder Kunstgegenstände lassen sich hervorragend daraus herstellen. So ist es kein Wunder, dass dieses alte Kunsthandwerk bis heute begeistert und immer mehr Anhänger findet.

Wer die Filztechnik erlernen möchte, kann einen speziellen Filzkurs besuchen. Alternativ kann man sich aber auch einfach ein paar Stücke Wolle kaufen und es einfach ausprobieren. Im Internet und auch in Bastelläden findet man inzwischen viele Angebote an bunter Filzwolle und entsprechendes Zubehör.

Nun hat man verschiedene Techniken zur Auswahl, um daraus schöne Dinge herzustellen. Wie das Ganze aussehen kann, wenn es fertig ist, sehen Sie an dem Beispielfoto.

Im ersten Teil stelle ich das Nadelfilzen oder Trockenfilzen vor, bei dem die Wolle mit einer speziellen Filznadel bearbeitet wird, bis sie verfilzt und die gewünschte Form erhält.

Material:

  • Filzwolle, im Band gekämmt oder Vlies
  • Filznadeln, (fein, mittel, grob)
  • Schaumstoffunterlage
Um eine einfache Form zu filzen, nimmt man Stück Wolle und knetet sie ein wenig mit der Hand zu einem Ballen. Nun sticht man immer wieder von allen Seiten mit der Filznadel in den Wollballen. Man sollte jedoch umsichtig sein, um sich dabei nicht zu stechen! Daher empfehle ich eine Schaumstoffunterlage. Achten Sie jedoch darauf, dass die Nadel möglichst nicht zu tief in die Unterlage dringt, damit sich die Wolle nicht in den Schaumstoff einfilzt. Die Filznadeln haben kleine Widerhaken, die beim Ein- und ausstechen die feinen Wollfasern mitziehen, daher ist hier geduldiges Nadeln erforderlich. Diese Arbeit hat übrigens eine fast meditative Komponente und beruhigt ungemein.

Nach einer gewissen Zeit ist bereits eine Form erkennbar. Es ist übrigens Geschmackssache, wie fest man die Form filzen möchte. Je länger genadelt wird, desto mehr und mehr verdichtet sich die Wolle. Wenn Sie erst einmal Übung haben, werden Sie sehen, welche schönen Dinge sich daraus formen lassen.

Bei dem "verliebten Hasenpaar" wurden die Formen zunächst einzeln gefilzt und später einfach zusammengenäht. Eventuelle sichtbare Fäden können ganz leicht überfilzt werden. Ein Tipp: ich filze anfangs ein paar getrocknete Lavendelblüten in die leicht angefilzte Wolle. So werden Motten davon abgehalten, das spätere Kunstwerk anzuknabbern. Außerdem duftet Ihr Filzobjekt danach angenehm.

Das Nadelfilzen kann man an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse betreiben oder in den ersten verregneten Herbsttagen. Jedes Stück wird ein Unikat, und es ist immer wieder überraschend, was am Ende dabei herauskommt. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Gerne können Sie uns auch ein Foto von Ihrem ersten Filzobjekt einsenden. Die interessantesten Stücke werden später auf unserem Portal veröffentlicht.

 

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