Mit der Geburt altert der Mensch. Ein unumstößliches Naturgesetz. Doch wann ist der Mensch alt? Was gilt als Gratmesser? „Alt ist, wer verheiratet ist“, heißt es bei den Ayizo in Westafrika. Was wird in Deutschland unter dem Alter verstanden, in China oder in Indien? Welche gesellschaftliche Stellung haben ältere Menschen in anderen Kulturen? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen sich dabei im Vergleich zu Deutschland? Dies sind nur einige Fragen, der sich die derzeitige Sonderausstellung „FaltenReich“ im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig widmet. Dabei wirft die Exposition einen eher ungewohnten Blick auf das Alter und macht die Vielfalt des Älterwerdens und Altseins deutlich.
Themen, wie der Traum von der ewigen Jugend und den Risiken, die Menschen weltweit bereit sind, einzugehen, um diesem Wunsch näherzukommen, werden von der Ausstellung ebenso flankiert, wie der Umgang der Generationen miteinander. So findet sich ein Exemplar des guten alten „Knigge“, einem legendären Benimmbuch aus dem 18 Jahrhundert, ebenso unter den Exponaten, wie etwa ein Langlebigkeitssarg aus China. Selbigen schenken bis zum heutigen Tag Töchter und Söhne ihren Eltern zum 60., in neuerer Zeit zum 80. Geburtstag. Je kostbarer dessen Ausstattung ist, umso größer der Respekt und das Versprechen, die alte Mutter, den greisen Vater liebevoll zu pflegen und über den Tod hinaus zu ehren.





