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18. Mai 2012
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Ausflug nach Goslar/ Harz

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Alljährlich wird den SeniorInnen des Altenpflegeheimes „Heideweg“ in Magdeburg eine Reise angeboten. In diesem Jahr führte die Reise in den Westharz. Unser Ziel war die Okertalsperre sowie Goslar mit seiner Kaiserpfalz und seiner malerischen Innenstadt.
Der Tag begann für die BewohnerInnen sehr früh. Frisch gestärkt wurde der Bus der Firma Charterreisen Patrick Münch aus Schönebeck bestiegen. Aufgeregte, erwartungsvolle, fröhliche Gesichter wohin man sah. Der Konvoi setzte sich planmäßig um 7:00 Uhr in Bewegung. Da es sich hier um einen Ausflug von pflegebedürftigen Menschen handelt, mussten Rollstühle, Rollatoren, ausreichend Zwischengetränke und Reiseproviant, aber auch andere notwendige Utensilien mit auf die Fahrt.

Durch den wunderschönen Harz fahrend, Lieder singend, verging die Zeit recht schnell. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir an der Okertalsperre angekommen. Hier waren Kraft und Mut der mitfahrenden Pflege- und Betreuungskräften gefragt. Der Transfer vom Parkplatz zum Anlegeplatz der MS AQUAMARIN gestaltete sich recht schwierig, galt es doch eine starke Neigung zu überwinden, die zu allem auch noch aus Kiesschotter bestand. Noch beschwerlicher war später der Aufstieg! Hier sollte meines Erachtens der Betreiber für etwas mehr Behindertenfreundlichkeit Sorge tragen!

Geschafft - alle BewohnerInnen sitzen unter Deck an den Tischen. Nach der Begrüßung durch den Kapitän begann die Rundfahrt auf dem Okerstausee.
Der Kapitän erzählte uns, dass der Ort Schulenberg im Jahr 1954 vom ansteigenden Wasser überflutet wurde. Die Kirchturmspitze des “versunkenen Dorfes“ soll man, -so sagt die Legende-, bei Niedrigwasser deutlich sehen können, ja manchmal sei auch das Läuten der Glocken zu hören. Sicherlich kann der Sporttaucher noch einige Fragmente der Bauten des Ortes im Stausee erkennen. Die im Jahre 1956 fertiggestellte Okertalsperre dient vor allem dem Hochwasserschutz und der Energieerzeugung.

Nach dem Mittagessen auf der MS AQUAMARIN fuhren wir in die Stadt Goslar.
Goslar wurde im Jahr 920 von König Heinrich I. durch Zusammenschluss mehrer kleinerer Orte gegründet. Mitte des 13. Jahrhunderts schloss sich Goslar der Hanse an und wurde im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV. zur Reichsstadt erklärt, so dass sie nur dem oberstersten weltlichen Herrscher unterstellt war.

Direkt unterhalb der Kaiserpfalz parkend empfand der ein oder andere Ehrfurcht vor diesem recht imposanten und geschichtsträchtigen Bau. Eine Führung durch einen Teil der Räumlichkeiten brachte uns Geschichte und Geschichtchen dieses Ortes nahe. So wissen wir spätestens seit unserem Besuch in der Kaiserpfalz woher der Spruch „die Strafe folgt auf dem Fusse“ kommt. Überliefert wurde, dass Kaiser Heinrich V. seinem Vater, Heinrich IV., den Thron streitig machen wollte. Seiner Idee folgend sperrte Heinrich V. seinen Vater in den Kerker und bestieg den Thron. Einige Zeit später wurde der machtbesessene Sohn durch einen Blitz am Fuß schwer verletzt und zog fortan das Bein hinter sich her. Das Volk sah es als Bestrafung durch Gott an und seither bekommen Missetäter diese Volksweisheit zu hören.

Interessant anzusehende Wandgemälde, welche die Geschichte der Kaiserpfalz darstellen, sind im Saal des Kaiserhauses zu bestaunen. Dem aufmerksamen Betrachter fallen optische Täuschungen auf - so beispielsweise ein Rappe, dessen Blick man im gesamten Raum, in jedem Winkel zu spüren glaubt. Der Historienmaler H. Wislicenus leistete hier Mitte des 19. Jahrhunderts Unglaubliches.

Im Anschluss an den Besuch des Kaiserhauses, über das es noch viel zu erzählen gibt, hieß es für uns den historischen Marktplatz ansehen, natürlich verbunden mit einem gemütlichen Kaffeetrinken. Bei frischem Pflaumenkuchen und Kaffee hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Glockenspiel an der ehemaligen Stadtkämmerei. Zwischen 9:00 und 18:00 Uhr ist es im Dreistundentakt zu bestaunen. Verschiedene Figuren zeigen den Wandel des Bergbaus, vom ersten Fund eines Stücks Silbererz vor 1000 Jahren bis zum Ende der 60er Jahre. Gleichzeitig sind Lieder aus der Bergbauzunft zu hören.

Ein gemütlicher Bummel durch wunderschöne historische Gassen mit verlockenden Souvenirläden ließ die Reise ausklingen und ein rundum gelungener Tag neigte sich seinem Ende zu. Eine Bewohnerin brachte ihre Emotionen zum Ausdruck und wischte sich Tränen aus den Augen. Sie sagte, sie sei so glücklich in ihrem Alter (98 Jahre) noch so etwas erleben zu dürfen. Diese Worte ließen uns als Pflege- und Betreuungspersonal die Anstrengungen des Tages schnell vergessen. Wie wenig braucht es doch um einen Menschen für ein paar Stunden glücklich zu machen. Ich denke, ich spreche im Namen der mitreisenden BewohnerInnen, wenn ich an dieser Stelle der Einrichtungsleitung danke. Galt es doch im Vorfeld der Reise logistisch tätig zu werden, zu planen, zu organisieren und zu recherchieren.

Wir dürfen schon jetzt gespannt sein, wohin unsere nächste Reise geht!
 
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