Mit den Wörtern Militär, Bundeswehr, Heer, Luftwaffe oder Marine wird vielerlei in Verbindung gebracht. Oft sind es eigene Erfahrungen. Sei es in Friedens-, oder auch in Kriegszeiten. Wer „zum Militär muss“, dem stehen in der Regel einige neue Lebenserfahrungen bevor.Wussten Sie, liebe Leserinnen und Leser, dass „das Militär“, also die Bundeswehr, neben dem Bundesministerium des Innern [Minister Schäuble] einer der größten und wichtigsten Förderer des Leistungssports in Deutschland ist?
Damit die Spitzensportler/innen Deutschland im Ausland bei Olympischen Spielen, bei Welt- und bei Europameisterschaften angemessen vertreten können, fördert und unterstützt die Bundesregierung den Hochleistungssport. Das geschieht in etwa eineinhalb Dutzend Sportfördergruppen, die über Deutschland verteilt sind. Weibliche und männliche Leistungssportler, die zum Wehrdienst eingezogen werden oder sich freiwillig melden, werden nach Ableistung des Grundwehrdienstes der Sportfördergruppe „ihrer Sportart“ zugewiesen. Dort besteht ihr Soldatenalltag nur zu einem sehr geringen Prozentsatz aus dem originären Militärdienst. Ansonsten trainieren sie und bereiten sich auf die Wettkämpfe ihres Sportvereins und/oder Sportverbandes vor. In der Regel findet das alltägliche Training an Olympiastützpunkten sowie an Bundes- und Landesleistungszentren statt. Sie stellen hierfür ihre Infrastruktur zur Verfügung.
Doch neben dem „zivilen Sport“ gibt es auch noch den Militärsport, der weltweit seine ganz eigene Bedeutung hat. Sein Motto lautet: Freundschaft durch Sport. Organisiert wird er vom „Conseil International du Sport Militaire [CISM]“ mit Sitz in Brüssel. Veranstaltet werden u. a. in den verschiedenen Sportarten jährliche Militär-Weltmeisterschaften. Daran teilnehmen dürfen ausschließlich aktive Sportsoldat/innen, und zwar für ihr jeweiliges Land. CISM wurde 1948 in Nizza/Frankreich gegründet und hat momentan weltweit ca. 130 Mitgliedsländer. Deutschland ist seit 1959 Mitglied und organisiert anlässlich dieses 50jährigen Jubiläums im September d. J. die Weltmeisterschaft im Militärischen Fünfkampf in München.
Das Highlight eines jeden Sportsoldaten, sei er weiblich oder männlich, ist die Teilnahme an den Military World Games. Sie finden jeweils ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen statt. Die ersten Military World Games wurden 1995 in Rom veranstaltet. Fünfzig Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, auch in Angedenken daran. Gastgeberstadt der bevorstehenden 5. Military World Games vom 16. – 24.7.2011 ist Rio de Janeiro [BRA].
In den deutschen Sportfördergruppen der Bundeswehr trainieren tagtäglich etwa 700 Sportler/innen in ca. 80 Sportarten. Diese Zahl zeigt, dass es sich dabei nicht nur um olympische Sommer- und Wintersportarten handelt, sondern auch um den s. g. nicht-olympischen Sport. Für diese Soldat/innen ist die Teilnahme an den Militär-Sportveranstaltungen ein Muss.
Wenn Sie, liebe Seniorinnen und Senioren, demnächst wieder einen Sportbericht sehen oder hören, haben Sie doch einmal ein Augenmerk hierauf. Es wird Ihnen sicherlich, besonders bei den Wintersportarten, auffallen, dass zahlreiche Sportler/innen auf den vorderen Rängen und auf dem Siegertreppchen Sportsoldat/innen sind, deren Heimat die Bundeswehr ist.





