Vom 10. bis zum 12. Juli war ganz Stuttgart auf das Festival des Sports eingestellt. Am Freitag beim Schulsporttag kamen 2000 Schüler in den Neckarpark, um zusammen Sport zu machen; insgesamt beteiligten sich 200 Schulen und Kindertagesstätten mit Aktivitäten um Punkte für Stuttgart zu sammeln. In der Innenstadt gab es ein großes Angebot von Vereinen und Sportgruppen. Doch das war dem Organisationsteam in Stuttgart nicht genug. Es hatte sich zum Ziel gesetzt, alle Stuttgarter, von jung bis alt, zu mobilisieren. Deshalb gab es auch ein großes Angebot für die Senioren, sogar in den Altenheimen.
Viele ältere Stuttgarter sammelten Punkte, indem sie Wanderungen anmeldeten, mit dem Rad zum Festival kamen oder in den Bädern Bahnen für Stuttgart schwammen. Zahlreich erschienen Tänzer aller Generationen zum Weltrekordversuch im Walzer tanzen. Auch wenn es nicht geklappt hat den Rekord von Erlangen zu knacken, wiegten sich junge und alte Stuttgarter gemeinsam im Dreivierteltakt und hatten so ihren Spaß. Am Sonntagvormittag waren die „Best Agers“ beim sportlichen Gottesdienst stark vertreten und sammelten bei den Bewegungseinheiten mit der Bauchtänzerin Svenja Habiba Punkte für Stuttgart.
Um auch die Stuttgarter Senioren einzubeziehen, die nicht mehr in die Stadt kommen können, schickte das Festivalteam Helfer in die Seniorenheime, die mit den Bewohnern Wettbewerbe im Bowlen mit der Videospielkonsole Wii ausrichteten. Fünf Seniorenheime hatten schon im letzten Jahr an einer bundesweiten Meisterschaft im Seniorenbowling teilgenommen. Auch das Ludwigsstift im Stuttgarter Westen hat sich beteiligt. Markus Schaupp erklärt warum: „Wir haben nach einer Sportart gesucht, die man auch im Sitzen ausüben kann. So kamen wir auf das Bowling mit der Wii-Konsole, und unsere Senioren waren sofort total begeistert.“ Außer dem Ludwigsstift beteiligten sich der Wohnstift Mönchfeld, das Haus Martinus, der Filderhof und das Seniorenzentrum Martha-Maria am Festival des Sports. In den Häusern wurden die Abgeordneten des Mission Olympic Teams von Plakaten und Schildern begrüßt: „Hier geht’s zu Mission Olympic“, war da zu lesen.
Sportstudentin Carolin Barz, die das Bowlen für das Festival betreut hat, freut sich, dass viele Heimbewohner mitgespielt haben: „Auch wenn es für einige Senioren schwierig war, die Technik zu verstehen, oder sie Probleme mit den Bewegungen hatten, konnten am Ende alle mitmachen.“ Der Bowling-Wettbewerb hat die Damen und Herren angespornt. Sie wollten nicht nur ihre eigene Punktzahl verbessern, sondern auch Punkte für Stuttgart machen. Zwei Würfe ergaben einen Aktivitätspunkt. Die Sieger der jeweiligen Seniorenheime wurden mit einem Festival-T-Shirt belohnt.
Obwohl viele der Senioren am Anfang sehr skeptisch waren, konnten sie überzeugt werden, mitzumachen. Nicht zuletzt, weil sie sich freuten, dass junge Leute von außen sie besucht haben, um mit ihnen Sport zu machen. „Mit Geduld und persönlicher Ansprache haben wir alle motiviert“ erklärt Carolin Barz. Und es hat sich gelohnt. Für die Senioren und Betreuer in den Einrichtungen, die in Zukunft öfter bowlen wollen, und für Stuttgart, das mit den Punkten der älteren Bürger dem Titel „Aktivste Stadt Deutschlands“ ein Stückchen näher gekommen ist.





